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Tagung der evang.-ref. Kirchgemeinde Herisau zum Thema "Wie wir Kirche loslassen, verändern, neu denken"


Im evang. Kirchgemeindehaus fand am 2. November zum zweiten Mal eine Tagung für Freiwillige und Angestellte unserer Kirchgemeinde statt, zu der die KIVO-Präsidentin Uschi Hofmänner und Pfarrerin Esther Furrer einluden. Dafür konnte wie bereits letztes Jahr die selbe Referentin gewonnen werden: Frau Dr. Sabrina Müller, theologische Leiterin des Zentrums für Kirchenentwicklung an der theologischen Fakultät der Universität Zürich. Esther Furrer eröffnete die Tagung und erläuterte den Slogan "1 + 1  = 3, gemeinsam denken wir weiter".  Wir brauchen Weggefährten, um miteinander ins Gespräch zu kommen, theologische Fragen auszutauschen und zu diskutieren. Zwischen uns und Gott gibt es keinen Vermittler. Matthäus 18, Vers 20 erklärt das Rätsel 1 + 1 = 3: Wo zwei und 3 versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter Euch. Die 3 steht auch für Gottes Geist und Jesus Christus.
 
Gut 30 Personen nahmen an diesem Anlass teil, zur Freude der Referentin, die meinte: "Wäre die Kirchgemeinde Herisau nicht bereit, sich auf einen Weg zu begeben, auch etwas verändern zu wollen, wäre ich gar nicht eingeladen worden". Gleich zu Beginn wurden wir aufgefordert, in Gruppen zu diskutieren, was die letzte Tagung mit dem Thema "Ich bin Kirche" in unserer Kirchgemeinde bewirkt hat. Wir haben einige Neuerungen erlebt, die zum Teil auch der "Zukunftswerkstatt" von Pfarrer Frank Wessler entstammten: Segnungsgottesdienste, Gesangsgottesdienste, Erweiterung der Allianz-Gottesdienste, Gottesdienste für Jugendliche zusammen mit Freikirchen, Gottesdienste anderer Art mit Laien und Predigt-Nachgespräch. Ich erwähne  nun punktuelle Erkenntnisse und Aussagen aus dem Referat von Frau Dr. Sabrina Müller: Aus einer Angebotskirche soll eine Beteiligungskirche werden - Wir sind eine weltweite Gemeinschaft von Begabten - Das Priestertum soll unter den Menschen gelebt werden - Gott belehrt, nicht wir Menschen - Durch unser Wirken entsteht Theologie - Altes loslassen, damit Neues entstehen kann.
 
Die Teilnehmer wurden anschliessend eingeladen, drei Fragen für sich zu beantworten: Welche Erwartungen und Vorstellungen von Kirche muss ich loslassen? Von welchen Rollenbildern muss ich mich verabschieden? Was muss ich sterben lassen, damit Neues entsteht? Die persönlichen Antworten wurden auf ein Holzscheit geschrieben, das anschliessend auf einem Feuer im Freien verbrannt wurde.
 
Zum Schluss machten sich alle nochmals Gedanken zu den Fragen:  Was soll Kirche in Zukunft sein und was bedeutet sie für Dich? 
 
Mit meinem persönlichen Gedanken: "Kirche soll nicht nur am Sonntag stattfinden, sondern in den Alltag hinaus getragen werden" schliesse ich den Bericht über diese anregende Tagung, die hoffentlich in unserer Kirchgemeinde Spuren hinterlassen wird.
 
 
Annamarie Weber-Candrian

Dying to live - Folien von Sabrina Müller

Gruppen-Statements und persönliche Meinung - wie Kirche sein sollte